Montag, 30. November 2015

Warum ? - Gedanken zum Zugspitz Supertrail

Es ist doch immer wieder die selbe Frage die uns gestellt wird, oder die wir uns auch selber stellen. Nein ich rede hier nicht von Weltpolitik, dem Wahnsinn der ach so Gläubigen aller Colleur, dem Irrsinn auf der Welt-nein ich meine diese kleinen Dinge die uns persönlich betreffen.
Es sind nicht die großen Dinge, eher die kleinen die man öfters hinterfragen sollte.
Ich werde nun nicht zu sehr philosophisch werden, sondern eher ein kleines Beispiel nennen-ihr ahnt es schon-es geht ums Laufen.
Eine natürliche Angelegenheit die uns Jahrtausende das Überleben gesichert hat. Heute eine Besonderheit. ein Abweichen von der Norm der sitzenden Gesellschaft. Man braucht es nicht mehr um zu überleben. Andere Dinge rückten in den Vordergrund, haben Priorität. Und doch tun es einige, oder auch viele, immer wieder. Der Gesundheitsaspekt wird aufgeführt, der Kalorienverbrauch, das Naturerlebnis, das aus der Masse heraustreten, die persönliche Wertsteigerung.
Also was ist mein Grund eigentlich?  Das Laufen an sich ergab sich für mich aus dem lebenslangen begleitenden Sport den ich machte. Da war vieles dabei-außer Fußball :-)
Von Handball, Spinning, Kraftsport,Badminton, ein bisschen Kung Fu bis eben zum Laufen.
Vorteil des Laufens ist klar : Geniale Natur um mich herum, kann in der Gruppe oder alleine gemacht werden, ist zeitlich ungebunden, macht fit und..man kann mehr essen ohne Fassförmig zu werden :-)
Aber warum in Gottes Namen, melde ich mich für den Zugspitz Ultratrail an ??
Warum mich auf über 60km fast 3000 Höhenmeter quälen? Warum wieder fluchen, zweifeln, kämpfen? Könnte ja auch eine schöne Strecke hier in Angriff nehmen. Wäre leichter, würde nichts kosten und müsste nicht mit Cut-off Zeiten rechnen. Könnte sogar auf der Couch liegen und zuschauen. Stolz? Ehre? Ruhm?
Also letzteres streichen wir mal gleich. Keiner der mich nicht kennt wird jemals von meiner evtl. Tat erfahren und Autogramme werde ich auch nicht geben müssen :-) Auch meine Familie wird mich anschließend nicht auf Händen tragen...obwohl wäre doch mal was :-)
Ehre fällt aus dem gleichen Grund weg. Da wo ich mich im Feld der Läufer finde, eher ganz weit hinten, gibt es keine Ehrungen mehr-außer-und jetzt kommt wohl der Punkt:
Stolz!
Ich werde stolz sein, wenn ich es geschafft habe. Oder aber auch nicht wenn ich es nicht erreiche, das Ziel. Wenn aber, dann weiß ich wieder was man, als Normalo erreichen kann. Man kann sich überwinden weiter zu machen, nicht aufzugeben (och das habe ich ja schon öfters machen müssen).
Und ich habe wieder ein Ziel vor Augen wenn die Motivation im Dreck liegt, der Schweinehund fröhlich sein Liedchen pfeift und die Milka in der Schublade lockt. Ganz genau kann ich mir schon meine Gefühle bei dem-für mich extremen-Profil vorstellen. Es werden selten Glücksgefühle sein. Aber ich denke an das danach! Wenn alles wehtut, wenn du überall Schmerzen hast, dir jede Bewegung weh tut...und du doch innerlich grinsen musst.
Der Gesundheit wegen das zu machen ist ausgesprochener Quatsch! Es ist nicht gesund! Es ist eine extreme Anstrengung für Körper und Geist, wie es auch schon für einen normalen Marathon ist.
Das Training wird knüppelhart sein. Meine Frau tut mir schon ein bisschen leid, wenn sie mich dann ertragen muss. Und es wird zweitaufwendig sein, nichts mit 40-50km die Woche. Dazu-ich muss wohl mit Stöcken laufen lernen. Das wird hart, gerade als Nordic Walking Lästerer. Aber da muss ich durch. Sind ja noch 199 Tage.
Und natürlich bin ich zumindest ein wenig verrückt, was einiges erklärt
Ich werde euch auf dem laufenden halten, mich ausheulen ,oder euch die Endorphine um die Ohren schleudern. Es wird auf jeden Fall eine Erfahrung werden die ich nicht so schnell vergesse-und was ist unser Leben schon ohne Erinnerungen?
Hier noch ein paar Bilder der letzten Wochen-ihr kennt das ja schon
Fauler Hund :-)

Sonntag, 18. Oktober 2015

Weggerollt und Gummitwist

 Man(n) lernt ja nie aus. Es gibt einfach Dinge die brauchen Zeit bis sie auch bei mir so richtig ankommen.
Nehmen wir z.B. die Sache mit der Blackroll. Einfach ein Stück hartes geschäumtes Stück Schaumstoff. Materialwert ca. 10 Cent, verkauft für 29,90 € . Eigentlich unverschämt teuer-wenn das Ding nicht so gut wirken würde. Seit etwa 2 Wochen nämlich werde ich damit regelmäßig von meinem Physio gequält. Faszien-das neue Zauberwort. Jeder hat sie und doch hat kaum einer bis vor kurzem davon gehört. Und plötzlich sind die Dinger in aller Munde. Zu Recht wie ich feststellen konnte. Seit ich diese Verklebungen dieses Bindegewebes regelmäßig mit eben dieser Blackroll bearbeite, scheint es deutlich besser zu werden mit meiner ungleichmäßigen Beinmuskulatur. Dazu kommt das effektive Training in der Physio Stunde. Nur mit Gummiband (Deuserband) , einem kleinen schrägen Brettchen, und einigen anderen ganz gewöhnlichen Sachen werden meine Muskeln dort trainiert. Muskeln von denen ich nicht mal wusste das ich sie habe, aber eben sehr wichtig sind. Ich kann jetzt wirklich keinen Namen nennen, aber ich weiß nun genau wo sie sitzen. Muskelkater hat seine Vorzüge.
Z.B. werden meine Beine mit diesem Gummiband gefesselt und ich muss dann irgendwelche Gehübungen die meist sehr lustig aussehen machen. Sieht lustig aus ist aber meist richtig schwer - und der Therapeut  sieht genau hin wenn ich versehentlich kleinere Abweichungen mache! Nun werde ich also dieses Training zusätzlich zu meinem eigentlichen Lauftraining (Wenn man es so überhaupt nennen kann) einbauen. Dazu eben wieder die üblichen Verdächtigen wie Kniebeugen, Liegestütze, Klimmzüge (oh mein Gott! ) und was für-bzw. gegen den Bauch :-)
Nun werde ich kein weißer Kenianer mehr, aber hoffentlich weniger anfällig für Verletzungen
Bilder meiner letzten 3 Läufe: